Ich glaube ich bin verkehrt in meinem erlernten Beruf – oder doch nicht?

Ich glaube ich bin verkehrt in meinem erlernten Beruf – oder doch nicht?

25.04.26 | Alltagsgedanken, Coaching

Ingenieurin mit ganzem Herzen – Warum der neue Weg manchmal zurück zu dir selbst führt

„Ich will nach längerer Pause wieder arbeiten. Aber ich glaube, ich bin verkehrt in meinem erlernten Beruf.“

Als sie das sagte, hörte ich vor allem eines: Zweifel. Kein lautes Aufbegehren, sondern dieses leise, tastende Fragen, das viele Frauen in der Lebensmitte kennen. Der Wunsch nach Veränderung – und gleichzeitig eine große Unsicherheit.

Sie war Ende 40. Viel Lebenserfahrung, viele Gedanken, viele Fragen. Nach einer längeren Pause wollte sie wieder ins Berufsleben einsteigen. Und war überzeugt: Es müsse etwas ganz Neues sein.

Zuerst dachte ich: Warum eigentlich nicht? Mit Lebenserfahrung noch einmal neu anfangen – das kann ein guter Weg sein.

Doch dann wurde unser Gespräch interessant.


Keine geborene Verkäuferin

Ich fragte sie, was sie konkret ausprobieren würde. Zögerlich erzählte sie von ihrem neuen Versuch: dem Verkauf von Haushaltsutensilien.

Alles klang vernünftig. Praktisch. Durchdacht.

Aber nicht lebendig.

Es lief zäh. Die Provision war gering. Und immer wieder sagte sie:
„Irgendwie bin ich keine gute Verkäuferin. Da muss ich noch so viel lernen.“

Man spürte: Hier kämpfte jemand gegen sich selbst an.

Nicht aus Faulheit. Nicht aus mangelndem Einsatz. Sondern weil etwas innerlich nicht zusammenpasste.


Leuchtende Augen – plötzlich war da eine andere Frau

Dann stellte ich eine andere Frage:
„Wie war das eigentlich früher als Ingenieurin?“

Und plötzlich saß mir eine ganz andere Frau gegenüber.

Ihre Augen begannen zu leuchten. Ihre Stimme wurde lebendig. Sie erzählte fast begeistert von ihrem letzten Projekt, von Herausforderungen, Lösungen, Zusammenarbeit – und davon, wie gut es gelaufen war.

Da waren Energie. Kompetenz. Freude.

Ich spiegelte ihr meine Beobachtung:
die begeisterte Ingenieurin — und die erschöpfte Verkäuferin.

Gemeinsam schauten wir auf die Stärken, die beide Berufe brauchen. Analytisches Denken. Struktur. Tiefe Konzentration. Fachliche Expertise auf der einen Seite. Überzeugungskraft, spontane Kommunikation und ständiges Netzwerken auf der anderen.

Sie wurde still.

„Jetzt verstehe ich, warum mir das Verkaufen so schwer fällt.“


Wenn ein Persönlichkeitsmodell Klarheit schenkt

Ein Blick auf ein Persönlichkeitsmodell, mit dem ich gerne arbeite, bestätigte schnell ihre eigene Wahrnehmung:
Ihre natürlichen Stärken passten erstaunlich gut zu dem, was eine Ingenieurin ausmacht.

Nicht falsch ausgebildet.
Nicht stehen geblieben.
Nicht überholt.

Sondern genau richtig angelegt.

Langsam wurde ihr klar: Sie brauchte keinen neuen Beruf. Sie brauchte eine neue Haltung zu sich selbst.

Gemeinsam arbeiteten wir daran,

  • ihre Stärken wieder wahrzunehmen,
  • ihre Lebens- und Berufserfahrung realistisch einzuschätzen
  • und ihren eigenen Wert im Blick auf Bewerbungen neu zu sehen.

Mutig bewerben – passend statt beliebig

Sie ging mutig aus unserem Gespräch. Nicht mit einem komplett neuen Lebensplan, sondern mit neuer Klarheit.

Sie schaute sich um — und bewarb sich ausschließlich auf Stellen, die wirklich zu ihrem Profil passten.

Keine Kompromisse mehr aus Unsicherheit.
Keine Bewerbungen nach dem Motto „Ich muss froh sein, überhaupt etwas zu bekommen.“

Und dann geschah etwas, das viele überrascht:

Innerhalb kurzer Zeit fand sie eine Stelle.

Eine Arbeit, die ihr Freude macht.
Eine Aufgabe, in der sie ihr Wissen, ihre Persönlichkeit und ihre gesamte Erfahrung einbringen kann.


Mit neuem Selbstbewusstsein zurück ins Berufsleben

Für sie war der richtige Weg nicht der radikale Neuanfang, sondern die Rückkehr zu dem, was schon immer in ihr angelegt war.

Die eigentliche Veränderung geschah innen.

Sie arbeitete intensiv an ihrem Selbstwert und ihrem Selbstbewusstsein. Ein Bibelvers wurde dabei zu ihrem persönlichen Motto:

„Gott, ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.“ (Psalm 139,14)

Der große Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, hat auch sie mit einer bestimmten Persönlichkeit, Begabung und Denkweise geschaffen — nicht zufällig, sondern wunderbar passend.

Die entscheidenden Schritte waren:

  • zu erkennen, was alles in ihr steckt,
  • anzuerkennen, dass genau das gebraucht wird,
  • und sich selbst wieder zuzutrauen, ihren Platz einzunehmen.

Vielleicht musst du dich gar nicht neu erfinden

Gerade leise, reflektierte Frauen glauben oft, sie müssten sich verändern, lauter werden oder völlig neu anfangen, um wieder erfolgreich zu sein.

Doch manchmal liegt der nächste Schritt nicht im Anderswerden.

Sondern im Wieder-Erkennen dessen, was Gott längst in dich hineingelegt hat.

Vielleicht brauchst du keinen neuen Weg.
Vielleicht brauchst du einen neuen Blick auf dich selbst.


Dein nächster Schritt 🌿

Wenn du dich in dieser Geschichte wiedererkennst — wenn du spürst, dass irgendwo zwischen Zweifel und Sehnsucht noch viel mehr in dir steckt — dann lade ich dich ein:

Nimm dir einen Moment und frage dich ehrlich:

Wo habe ich zuletzt leuchtende Augen gehabt?

Dort beginnt oft die Spur zu deiner Berufung.

Wenn du möchtest, begleite ich dich dabei, deine Stärken neu zu entdecken, deinen beruflichen Weg klarer zu sehen und mit neuem Selbstvertrauen loszugehen.

👉 Schreib mir oder vereinbare ein unverbindliches Erstgespräch — manchmal reicht ein einziges Gespräch, um dich selbst wieder klarer zu sehen.

Kontakt

Barbara Wehrstein
Brucknerstr. 17
64347 Griesheim

E-Mail: bw@frauen-mit-profil.de

Instagram: barbara.wehrstein